Schlaf & Meditation – Kobe Bryants Erfolgsrezept zu Lebzeiten

Schweren Herzens blicken wir zurück auf einen der dunkelsten und traurigsten Tage der Sportgeschichte. Vor gut einem Jahr ereignete sich in Kalifornien ein Hubschrauberabsturz, bei dem Kobe Bryant (†41), seine Tochter Gianna (†13) sowie sechs weitere Menschen auf tragische Weise ihr Leben verloren. Zum bevorstehenden einjährigen Todestags von Kobe Bryant, einem der besten Basketballspieler aller Zeiten, widmen wir uns zwei seiner größten Erfolgsrezepte – Schlaf und Meditation - und wieso sie so wichtig für den sportlichen Erfolg sind.

Training allein macht nicht den Meister

Kobe Bryant wird für immer als ein Paradebeispiel für Ehrgeiz, Wille und eine unnachgiebige Arbeitsmoral gelten. Aus seinem Spitznahmen “Black Mamba“ und seinem Ruf als Workaholic entstand die sogenannte “Mamba Mentality“ - die mentale Einstellung, weiter zu gehen als jeder andere. Doch trotz seines überragenden Talents und seines außergewöhnlichen Trainingsaufwandes verlief der Beginn seiner jungen NBA-Karriere nicht reibungslos. Anfangs ließ der erhoffte Erfolg auf sich warten. So musste er in seiner Rookie- und Sophomore-Saison meistens auf der Bank Platz nehmen und ihm gelangen nicht viele Punkte mit durchschnittlichen Wurfquoten. Spätestens zur Saison 1999/2000 kam für Bryant die erhoffte Wende. So bekam sein Team die “Los Angeles Lakers“ einen neuen Trainer namens Phil Jackson. Jackson hatte in den Jahren zuvor sechs Meisterschaften mit den Chicago Bulls und Michael Jordan gewonnen und ist bis heute der erfolgreichste Basketball-Trainer aller Zeiten. Jackson lehrte Bryant und seinen neuen Spielern nicht nur wichtige spielerische Fähigkeiten und taktisches Fachwissen, sondern verschaffte ihnen darüber hinaus auch wertvolle Einblicke in bis dato unbetretenes Terrain: Meditation und Mindfulness.

Bryants Spiel profitierte stark vom neuen Coach und seinen Einflüssen, die seine Karriere auf ein neues Level brachten. In den darauffolgenden 16 Jahren bei den Lakers folgten fünf NBA-Meistertitel, ein MVP-Award, zahlreiche All-Star-Nominierungen, sowie 81 Punkte in einem einzigen Spiel. Diese und viele weitere Meilensteine machten Kobe Bryant zur absoluten Basketballikone.

Schlaf und sportliche Leistung

Obwohl Bryant schuftete wie kein Zweiter, konnte er zu Beginn seine gewünschte Leistung unter Wettkampfbedingungen nur bedingt abrufen. Nach und nach kam er zu dem Entschluss, dass nächtliche Workouts um 4:30 Uhr verbunden mit gerade einmal drei Stunden Schlaf, einer der Gründe für das Ausbleiben des Erfolgs war. Daraufhin begann er sein Schlafverhalten allmählich zu optimieren.

Seit vielen Jahren belegen Studien, wie wichtig die Qualität und Quantität unseres Schlafes für den Menschen ist. Der Schlaf gehört zu den wichtigsten biologischen Funktionen des Körpers und spielt eine wichtige Rolle für die Leistung, die Kognition, das Lernen, die Entwicklung, sowie die geistige und körperliche Gesundheit. Gerade für Sportler kann die Bedeutung des Schlafs kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Körperliche Kondition und gute Ernährung sind entscheidend, um sportliche Höchstleistungen zu erreichen, aber der Schlaf spielt eine ebenso wichtige Rolle. Für Spitzensportler kann der Schlaf also zu einer entscheidenden Säule des Erfolgs werden und über Sieg und Niederlage mitbestimmen. Usain Bolt (Sprinten), Tom Brady (American Football), Roger Federer (Tennis) oder Cristiano Ronaldo (Fußball): sie alle gehören zur absoluten Weltklasse in ihrer jeweiligen Sportart und erkennen die Wichtigkeit des Schlafs an. So schlafen sie teilweise zwischen 10 bis 12 Stunden pro Nacht, um Körper und Geist optimal auf den Wettkampf vorzubereiten.

Wir empfehlen Dir, am Anfang erst einmal 30 Minuten länger zu schlafen und die Schlafdauer nach und nach zu steigern, um das Beste aus Dir herauszuholen. Ein guter Tipp ist es auch, jeden Tag zur exakt gleichen Zeit ins Bett zu gehen und auch aufzustehen. So stellt sich deine innere Uhr optimal auf deinen neuen, optimierten Schlafrhythmus ein.

Meditation – in der Ruhe liegt die Kraft

Egal wie lange Bryant an seinen Fähigkeiten feilte und trainierte, während der Matches bemerkte er, dass sein Kopf nicht immer hundertprozentig bei der Sache war und seine Gedanken zu wandern begangen. Zweifelsohne wirkte sich dies negativ auf seine Leistungen aus. Durch Coach Jackson, der im Videoraum der Lakers Gruppenmeditationen stattfinden ließ, wurde ihm nach und nach bewusst, dass der Erfolg auch mit unserem Geisteszustand zusammenhängt. Mangelnde Fokussierung, Frustration oder Stress können sich negativ auf unsere Gedankenwelt auswirken und damit auch die sportliche Leistung sabotieren.

Meditieren ist in letzter Zeit auch in der breiten Bevölkerung immer beliebter geworden und hat die Assoziation zur Hippie-Bewegung und das Stigma als esoterischer Schwachsinn endgültig abgelegt. So erkennt eine Vielzahl von Menschen die Vorteile und baut das Meditieren in ihren Tagesablauf ein. Auch immer mehr Coaches, Trainer und Athleten integrieren Meditation in ihre Trainingspläne. LeBron James (Basketball), Novak Djokovic (Tennis) oder Derek Jeter (Baseball), um nur einige zu nennen, stärken auf diese Weise ihren Geist.

Meditation ist eine wunderbare Praxis, denn alle Menschen können sie überall und jederzeit durchführen. Stelle Dir einfach mal die Frage, wann Du Dich in dieser schnelllebigen Welt zum letzten Mal zurückgelehnt, entspannt und einfach nur durchgeatmet hast? Ohne Smartphone. Ohne Musik. Nur Du und Deine Gedanken. Probiere es anfangs einfach mal für drei Minuten aus. Setze Dich entspannt hin und atme tief ein und aus. Höre dabei auf deinen Atem und lasse deine Gedanken kommen und gehen. Schließe dabei auch die Augen und versuche, die Welt für einen Moment stumm zu schalten und zu relaxen. Der Anfang kann schwierig sein, aber bleib dran, es wird von Mal zu Mal leichter und bringt viele Vorteile mit sich. Eine wirklich hervorragende Sache und eine der besten Gewohnheiten, die sich jeder Sportler aneignen sollte.

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